INSELN VON BRISSAGO
Der botanische Garten entfaltet sich wie eine offene Erzählung. Arten aus verschiedenen Teilen der Welt leben in einem natürlichen Gleichgewicht zusammen, geprägt von Klima und Licht.
Die Landschaft verändert sich mit dem Blick und der Zeit, ohne sich jemals aufzudrängen. Ein Ort, der zur Beobachtung einlädt, zur Ruhe, zu einem anderen Verhältnis zur Zeit.
Über zweitausend botanische Arten aus allen Teilen der Welt leben auf der Insel in einem überraschend natürlichen Gleichgewicht zusammen. Bambus, Musa basjoo und Ginkgo erinnern an die Atmosphäre des Fernen Ostens; die großblütigen Magnolien, Agaven, Yucca, Zypressen und kalifornischen Mohnblumen erzählen von mittelamerikanischen Landschaften.
Salbei, Rosmarin, Korkeichen und Kanarische Palmen hingegen vermitteln das Licht und die Düfte der mediterranen Landschaft.
Ein Ensemble botanischer Landschaften, die nahtlos ineinander übergehen und einen lebendigen, vielschichtigen Garten formen, der in ständigem Dialog mit dem See steht.
Die Gäste des Hotels können den Garten in völliger Freiheit erleben und in den Momenten größter Ruhe eine intimere Dimension wahrnehmen.
Die Brissago-Inseln sind Teil des Netzwerks der Gärten der Schweiz, das einige der bedeutendsten botanischen Gärten des Landes vereint.
DIE GESCHICHTE
1885–1927
ANTOINETTE

Im Jahr 1885 erwarben Richard Fleming, ein Anglo-Ire aus der Familie St. Leger, und seine russische Ehefrau Antoinette die Brissago-Inseln. Sie erbauten ein großes Haus auf der Isola Grande und begannen mit der Anlage des botanischen Gartens, indem sie Erde und Dünger per Boot auf die Insel transportierten. Zwölf Jahre später verließ Richard Fleming die Inseln in Richtung Neapel, während seine Frau Antoinette blieb und den Garten weiter ausbaute.
Ab 1886 verwandelte Antoinette die Inseln in eine kreative Residenz und lud Künstler und Bildhauer wie Daniele Ranzoni, Filippo Franzoni und Giovanni Segantini, Schriftsteller wie James Joyce, Rainer Maria Rilke und Harry Graf Kessler sowie den Komponisten Ruggero Leoncavallo ein. Nach dem Ersten Weltkrieg war Antoinette von Schulden überhäuft und musste 1927 das Anwesen verkaufen und aufs Festland ziehen, wo sie bis zu ihrem Tod im Jahr 1948 mit staatlicher Unterstützung lebte.
1928–1949
MAX EMDEN
Im Jahr 1928 erwarb Max Emden, ein erfolgreicher Geschäftsmann aus Hamburg, die Inseln und beauftragte den Architekten Alfred Breslauer mit dem Bau der neoklassizistischen Villa Emden, die bis heute besteht. Emden lebte bis zu seinem Tod im Jahr 1940 auf den Inseln und vererbte sie seinem Sohn Hans Erich, der sie 1949 an die Schweizerische Gesellschaft für Kulturgut verkaufte und sie damit der Öffentlichkeit zugänglich machte.
1950–HEUTE
BOTANISCHER PARK
Im Jahr 1949 erhielt der Staatsrat des Kantons Tessin von den Erben Emdens ein Angebot zum Verkauf der Inseln. Der Kanton Tessin, die drei Ufergemeinden Ascona, Brissago und Ronco s/Ascona, der Schweizer Heimatschutz (damals Schweizerische Vereinigung für Heimatschutz) sowie Pro Natura (damals Schweizerischer Bund für Naturschutz) erwarben die Inseln und den Palazzo. Der am 2. September 1949 unterzeichnete Kaufvertrag legte weitsichtig fest, dass „die Inseln und die Gebäude ausschließlich der Erhaltung und Aufwertung der Naturschönheiten sowie kulturellen, wissenschaftlichen und touristischen Zwecken dienen sollen“. Am 2. April 1950, dem Morgen des Palmsonntags, wurden die Tore des Botanischen Gartens der Brissago-Inseln für die Öffentlichkeit geöffnet.
Im Jahr 2019 wurden die Brissago-Inseln vom Kanton Tessin erworben.
DIE MAGIE DER INSELN
Die Brissago-Inseln sind ein Ort, der sich über die Zeit geschichtet hat. Sie haben verschiedene Epochen und Visionen durchlaufen und Spuren hinterlassen, die noch heute lesbar sind.
Die Villa, der Garten, die Wege, die Innenräume: Alles erzählt eine Geschichte aus Übergängen, Transformationen und aufeinanderfolgenden Aufmerksamkeiten. Nichts ist unveränderlich, nichts ist zufällig.
Wie so oft können die Inseln aus der Ferne betrachtet werden, in ihrer Gesamtharmonie, oder aus der Nähe. Und beim Näherkommen offenbaren sie ihre tiefste Natur: unerwartete botanische Details, Materialien, Proportionen, architektonische Zeichen, Oberflächen.
In der Natur wie in den Innenräumen ist die Eleganz niemals zur Schau gestellt, sondern still präsent.
Die Magie der Inseln entsteht genau aus diesem Gleichgewicht: ein Ort, der sich mit Diskretion offenbart – für jene, die Zeit und Sensibilität haben, wirklich hinzuschauen.
BIETET EINE MAGISCHE ERFAHRUNG